Geld ist persönlich & die UX genauso.

Ein UX-Konzept für den neuen Private-Banking-Bereich von Bank Cler — entworfen für Menschen, nicht für Produkte.

2025 / 3 Monate

Jahr / Projektdauer

Banking

Industrie

Responsive Website

Plattform

UX Consultant

Projektrolle

Die wichtigsten Schritte

Von der ersten Recherche bis zur finalen Struktur — der Prozess, offen gelegt.

00 Die Ausgangslage

  • Bank Cler brauchte einen eigenständigen Private-Banking-Bereich auf ihrer Website — für vermögende Kund:innen, die im digitalen Auftritt bisher kaum berücksichtigt wurden.

  • UX-Konzept für einen neuen Private-Banking-Bereich, der Bank Clers Vermögensverwaltungsangebot klar kommuniziert — und vermögende Kund:innen zur Beratung führt.

  • Desk Research · Wettbewerbsanalyse · Concept Mapping · Zielgruppenanalyse · User Personas · User Stories · Problem- & Hypothesenstatements · Aufgabenanalyse · User Flows · Sitemap · Wireframes · Prototyp · Usability-Tests · Iteration · Übergabe an UI

01a Erst lesen, dann bauen

Private-Banking-Kund:innen sind anspruchsvoll, zeitknapp und beginnen ihre Suche zunehmend online — doch die meisten Banken empfangen sie mit generischen Produktseiten und schwachen CTAs. Nur 38 % der vermögenden Schweizer Kund:innen sind mit ihrem Anbieter vollauf zufrieden. Die Chance war klar: eine Experience gestalten, die sich an Lebensmomenten und echten Zielen orientiert — nicht an Produktkatalogen.

01b Was macht die Konkurrenz?

Julius Bär, Vontobel, Lombard Odier, Citi, JP Morgan — die Besten führen mit Lebensmomenten, nicht mit Produktlisten. Sie gewinnen Vertrauen durch Klarheit, Belege und ein nahtloses Zusammenspiel von Self-Service und persönlichem Kontakt. Das Muster war eindeutig: kuratierte Erlebnisse konvertieren — generische Seiten nicht.

Bevor es tiefer in Personas und Flows ging, wurde der konzeptionelle Rahmen festgelegt. Alle fünf Workstreams fließen in ein kohärentes Konzept — die Grundlage für jede strukturelle und gestalterische Entscheidung danach.

01 Recherche & Analyse

Desk Research und Wettbewerbsanalyse — um den Markt, den Mitbewerb und die Lücken zu verstehen.

02 Ziel definieren

Festlegen, was der Private-Banking-Bereich leisten muss — für das Unternehmen und für die Nutzer:innen.

04 User Stories & Problem Statements

Formulieren, was jede Persona erreichen will, wo die aktuelle Experience sie im Stich lässt — und was Abhilfe schaffen könnte.

03 Zielgruppe & Personas

Zielgruppen in drei handlungsrelevante Personas überführen — mit Bedürfnissen und Erwartungen.

05 Aufgabenanalyse & User Flow

Abbilden, wie sich jede Persona durch die Experience bewegt — vom Einstiegspunkt bis zur Beratung.

02 Das Ziel, klar definiert:

Einen vertrauenswürdigen digitalen ersten Eindruck schaffen, der Sicherheit gibt, Orientierung bietet und den Weg zu einer persönlichen Bankbeziehung öffnet — besonders für Kund:innen, die noch keine hatten.

Der Kunde kam vorbereitet — drei Zielgruppen waren bereits aus vorangegangenen Workshops definiert. Daraus wurden drei Personas abgeleitet: Lea, die eigenständig Vermögen aufbauen möchte; Markus, der strategische Tiefe erwartet; und Therese, der persönlicher Kontakt über alles geht.

03 Wer steht im Mittelpunkt?

04 Was brauchen sie wirklich?

Mit den Personas als Grundlage ging es darum, zu formulieren, was jede:r Nutzer:in wirklich erreichen will — und wo die aktuelle Experience versagt. Drei User Stories pro Persona, gepaart mit Problemstatements und Hypothesen, gaben dem Design eine klare Richtung: Alle drei möchten zu ihren eigenen Bedingungen prüfen, ob die Bank Cler zu ihnen passt — bevor sie das Gespräch suchen. Der gemeinsame Nenner: Orientierung, Vertrauen und ein reibungsloser Weg zum nächsten Schritt.

05 Schritt für Schritt

Mit Personas und Problemstellungen im Gepäck verschob sich der Fokus auf die Frage: Wie bewegt sich jede:r Nutzer:in tatsächlich durch die Experience? Eine Aufgabenanalyse pro Persona — mit Zielen, Einstiegspunkten, Erfolgskriterien und Aufgabenschritten — mündete direkt in drei User Flows. Die Synthese zeigte ein klares Muster: Alle Wege führen zum selben Ziel, aber die Route sieht für jede:n anders aus. Diese Flows wurden zum Rückgrat jeder strukturellen Entscheidung danach.

Das UX-Konzept, auf den Punkt:

Zwei Hebel sollten die Experience tragen: eine segmentbasierte Übersichtsseite, die Nutzer:innen anhand ihrer Lebensphase sanft triagiert und direkt in den für sie relevanten Bereich führt — und ein hochwertiger Insights-Bereich, der Vertrauen und Kompetenz aufbaut.

Mit dem festgelegten Konzept übersetzen diese UX-Empfehlungen die Strategie in konkrete Leitlinien — ein praktisches Playbook für jede Entscheidung danach.

Einstieg über Lebensziele, nicht Produktkategorien

Klare Übersichtsseite, die Nutzer:innen zu 3 Kernbereichen führt

Konsistente Navigation, auch mobil

Einstieg & Struktur

Sanfte Lead-Pfade statt hartem „Jetzt buchen"-Druck

Terminbuchung mit Themenvorauswahl Hintergrundlogik zur Triage für gezieltes Lead-Follow-up

Lead-Generierung

Sicherheitssignale & Datenschutzkommunikation

Subtile Personalisierung — relevant, ohne aufdringlich zu wirken

Vertrauen

Gestaltung und Sprache je Persona angepasst

Berater:innen sichtbar und persönlich präsentiert

Personas & Tonalität

Insights-Bereich als Anker für Vertrauen und Kompetenz

Thematisch fokussierter Content-Hub mit Persona-Zuordnung

Multiformat: Checklisten, FAQs, Videos, Whitepapers

Content & Insights

Interaktive Tools je Persona

Flexibler Kanalwechsel jederzeit möglich

Tools & Interaktion

Die Realität schlägt zu

Das Konzept überzeugte. Der Scope nicht. Drei Unterseiten mussten in die Übersichtsseite integriert werden — also wurde komprimiert, neu gedacht und die Architektur um diese Einschränkung herum neu aufgebaut.

Von der Struktur zu den Screens

Mit der festgelegten Architektur folgten die Wireframes — schnell gebaut auf Basis des bestehenden Design Systems. Durch die Wiederverwendung von Komponenten blieb der Prozess effizient. Die Wireframes flossen direkt in einen Prototyp, mit dem die Flows getestet wurden.

Lektion gelernt

Was gut funktioniert hat

Das Projekt hat sein Ziel erreicht — ein durchdachtes, stabiles Fundament für den Private Banking Bereich. Trotz des hohen Drucks ist ein Ergebnis entstanden, das als solider Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung dient. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema hat tiefes Domänenwissen aufgebaut, das künftigen Iterationen zugutekommen wird.

Was ich anders machen würde

Schlanker starten. Die Menge an UX-Empfehlungen war zwar inhaltlich fundiert, hätte aber von Beginn an stärker gefiltert und komprimiert werden sollen. Weniger, aber präziser — das hätte dem Projekt früher Fokus gegeben. Dazu kommt: Klare Constraints müssen von Anfang an auf dem Tisch liegen. Die späte Klärung rund um die Detailseiten hat kurz vor den Testings für vermeidbaren Stress gesorgt. Ein früherer, verbindlicher Checkpoint mit dem Kunden — mit klarer Entscheidung, was umgesetzt wird und was nicht — wäre die richtige Intervention gewesen. Ich hätte hier deutlicher die Initiative ergreifen sollen.

Was als nächstes kommt

Das Konzept hat mehr Potenzial, als in diesem Projektrahmen ausgeschöpft werden konnte. Mit weiterem Budget lässt sich darauf aufbauen — und genau darauf freue ich mich. Ein guter Anfang ist gemacht.